Der sprudelnde Berg

Wie ein dampfender Kessel lag er vor mir. Die Wolken schoben sich nur so über seine Erhebungen. Und dann, kurz vor dem Ziel, verschlangen sie einen selbst.

Fuerte11

Um das gleich mal vorweg klarzustellen: Ich bin eigentlich keine Wanderin. Das soll nicht bedeuten, dass ich nicht gerne zu Fuß unterwegs bin. Normalerweise steige ich jedoch nicht auf Berge. Anders auf Fuerteventura, oder um es etwas dramatischer zu gestalten: anders bei der höchsten Erhebung auf der kanarischen Insel Fuerteventura.

Der Pica de la Zarza befindet sich auf der südlichen Halbinsel Janía und ist 807m hoch. Für Profis bestimmt ein Nichts, für Nichtgeübte schon ein kleiner Erfolg.

Fuerte5

Vom Hotel Barceló Jandía Playa aus muss man der Straße immer nach oben folgen und sich rechts halten. Wer mit dem Auto anreist, findet dort oben einen Schotterparkplatz. Und dann geht es los!

Fuerte9

Fuerte10

Der Weg, eine unasphaltierte Schotterstrecke, windet sich um und über Hügel hinweg, durch eine kahle Landschaft, die an manchen Stellen gar nicht mehr so kahl ist. Ziegen mit ihren Ziegenkindern springen über den Weg, Eidechsen huschen beim ersten lauteren Anzeichen unter den nächstbesten Stein. Und die Aussicht – was soll ich sagen? Die wird natürlich immer besser.

Fuerte20

Fuerte17

Fuerte18

Noch relativ weit unten hat man bereits einen schönen Blick über den Strand, den Leuchtturm oder das zwischen den Hügeln liegende Golfhotel.

Fuerte22

Fuerte8

Fuerte21

Fuerte16

Je näher man der Spitze kommt, desto besser sieht man den dampfenden Kessel. Wolken schieben sich über die Berge und die Kuppen. Und in diesen Kessel taucht man dann am Ende selbst ein. Für die Aussicht bedeutet das: warten, bis sich die Wolkenschwaden manchmal durch ein paar Sonnenstrahlen auflockern und den Blick auf das Panorama freigeben.

Auf die andere Seite der Insel, mit dem Sandstrand von Cofete (dort ist Baden jedoch verboten!), hatte man keine Sicht. Zu versunken war man in der Wolkensuppe. Mir wurde allerdings gesagt, dass das an der Uhrzeit lag. Wer früher hochsteigt, bekommt (angeblich) auch eine bessere Sicht. (Die Wanderung habe ich um etwa 8.45 Uhr begonnen.)

Fuerte13

Fuerte15

Fuerte14

Trotz der beschränkten Sicht hat sich für mich der Aufstieg gelohnt. Mit einem normalen bis langsameren Tempo und einer Pause auf dem Gipfel brauchte ich insgesamt vier Stunden.

Fuerte19

Für alle Anfänger (und diejenigen, die es interessiert) noch einmal das Wichtigste im Überblick:

Dauer: 3-5 Stunden (je nach Tempo)
Wegbeschaffenheit: Schotter und Steine (weiter oben)
Empfehlenswert:

  • festes Schuhwerk (nein, keine Trekkingsandalen; etwas robustere Turnschuhe reichen jedoch völlig aus)
  • Sonnenschutz und genügend Wasser (mindestens 1,5 Liter) mit Proviant
  • winddichte Jacke und Kopfbedeckung
Advertisements

Kommentar verfassen

Trage deine Daten unten ein oder klicke ein Icon um dich einzuloggen:

WordPress.com-Logo

Du kommentierst mit Deinem WordPress.com-Konto. Abmelden / Ändern )

Twitter-Bild

Du kommentierst mit Deinem Twitter-Konto. Abmelden / Ändern )

Facebook-Foto

Du kommentierst mit Deinem Facebook-Konto. Abmelden / Ändern )

Google+ Foto

Du kommentierst mit Deinem Google+-Konto. Abmelden / Ändern )

Verbinde mit %s