N. Barreau: Das Lächeln der Frauen

Ein bisschen Herzschmerz, viel Romantik und das vor der Kulisse Paris`. Zwischendrin gespickt mit englischem und französischem Humor, ein klein wenig Ärger und Freundschaft. Und: Wer ist eigentlich Nicolas Barreau?

„Wieso? Läuft doch alles rund“, erwiderte Adam. „Wahrscheinlich hast du wieder nicht richtig gefrühstückt. Ich biß mir in die Faust. „Toast, Spiegelei und Bacon – da ist ein Mann gerüstet für den Tag“, belehrte mich mein englischer Freund. „Was ihr zum Frühstück zu euch nehmt – das ist doch was für Weicheier! Zwieback und Crossaints! Da kann doch keiner im Ernst von leben.“
(Barreau, Nicolas: Das Lächeln der Frauen. 4. Auflage. München 2012, S. 139.)

André Chabanais, Cheflektor eines großen Verlags in Paris, hat ein Problem. Ein Identitätsproblem, könnte man sagen. Denn das ist eigentlich das ausschlaggebende bei der ganzen Geschichte: Hätte er keinen Roman unter einem Pseudonym verfasst, wäre er seiner Angebeteten Aurélie Bredain vielleicht schon etwas näher gekommen. Hätte er sich nicht in weitere Lügen verstrickt, wäre vielleicht auch so etwas aus der Sache geworden. Hätte er gewusst, dass sein Buch mit dem Titel „Das Lächeln der Frauen“ so gut ankommt, hätte er sich die Idee noch einmal gründlich durch den Kopf gehen lassen. Ja, hätte… Doch nun lässt es sich nicht ändern.

„Ich lachte vergnügt und ließ Madame Auteuil verwirrt in ihrem Büro zurück. Die Idee, Miller sterben zu lassen, entzückte mich. Sie würde mich retten.
Doch bevor ich den britischen Gentleman sterben ließ, würde er mir noch einen kleinen Liebesdienst erweisen.“
(Barreau, Nicolas: Das Lächeln der Frauen. 4. Auflage. München 2012, S. 141.)

Das Lachen vergeht André aber genauso schnell wieder. Denn das, was er da plant, zeigt nicht immer Erfolg. Wie auch? Schließlich geben er und sein Agent dessen Bruder als Robert Miller, den vermeintlichen englischen Schriftsteller aus. Und der ist eigentlich Zahnarzt und hat keine Ahnung von Büchern. Außer von Fachbüchern, versteht sich. Dass Aurélie sich dann aufgrund der Hauptprotagonistin in Millers Buch in den vermeintlichen Autor verliebt, macht es kompliziert. Zumal André Chabanais, der eigentliche Autor, sich unsterblich in sie verliebt. „The one and only“ (Barreau 2012, S. 240) – ihr wisst schon.

Paris: Die Stadt der Liebe als passender Hintergrund

Dass als Schauplatz Paris gewählt wird, passt zu dem Roman. Die Hauptprotagonistin stellt man sich als schmale, zerbrechlich wirkende Pariserin vor, die wohl Audrey Tatou gleichen könnte, wenn die Protagonistin auch längere Haare und grüne Augen hat. Als Gegenpol fungiert André Chabanais, ein Workaholik. Und dennoch – zusammen machen sie die Geschichte. Die Geschichte, in der Adam Goldberg, Agent und Engländer, sein Übriges hinzu tut. Was bei ihm alles easy ist, macht Chabanais ganz nervös.

Lächeln4

Der Autor

Nicolas Barreau ist ein französischer Schriftsteller, der in Paris geboren ist und neben „Das Lächeln der Frauen“ (2012) auch noch weitere Romane wie „Paris ist immer eine gute Idee“ und „Die Frau meines Lebens“ schrieb. Zumindest laut der Homepage des Piper Verlags. Denn scheinbar handelt es sich bei Nicolas Barreau um ein Pseudonym. Und dieses soll Daniela Thiele gehören, die Autorin, Übersetzerin und Verlegerin ist.

Ob diese Vermutung stimmt, kann ich natürlich nicht sagen. Lustig allerdings wäre es, ergäben sich hieraus durchaus Parallelen zur Geschichte. Man denke nur an folgende Stichworte: Pseudonym, Ärger, Irrungen und Wirrungen.

Wer letztentlich das Buch schrieb, ist aber dennoch eigentlich egal. 2014 wurde „Das Lächeln der Frauen“ unter dem gleichen Titel verfilmt. Die Hauptrotagonisten werden von Melika Foroutant und Benjamin Sadler verkörpert.

Irrungen, Wirrungen – aber dennoch Leichtigkeit

Die Geschichte hat eine Leichtigkeit, die trotz allem Hin und Her nicht verloren geht. Sie lässt sich gut und schnell lesen. Englischer Humor trifft auf französische Steifheit, ein Workaholic auf eine nach der wahren Liebe suchenden Frau. Oder besser gesagt: auf eine nach dem Autor suchenden Frau. Das Aussehen allr Personen wird einem nicht sofort mitgeteilt. Andrés äußere Erscheinung beispielsweise erfährt man erst relativ spät.

Sicher, das Motiv des Buchs im Buch ist nicht neu. Unzählige Male wurde es bereits in der Literatur verwendet, man denke nur an Michael Endes „Die unendliche Geschichte“ oder Cornelia Funkes Tintenwelt-Triologie. Dennoch: „Das Lächeln der Frauen“ ist ein besonderer Roman, der uns nicht nur nach Paris versetzt, sondern auch ein kleines Stückchen davon zu uns ins Wohnzimmer transportiert. Egal, wer nun der oder die wahre Autor/in ist – er oder sie hat es geschafft, ein Buch zu schreiben, in dem sich der Leser verlieren kann. Und was will man mehr?

Was ist eure Meinung zu dem Buch?

 

 

 

 

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