Planen oder doch lieber chillen?

Vorfreude ist ja bekannterweise die schönste Freude. So auch beim Vorbereiten der Reise. Planen oder einfach chillen? – DAS ist hier die Frage.

Kaum ist eine Reise gebucht, geht es ans Planen. Die einen informieren sich ganz traditionell in Reiseführern, andere durchstöbern Blogs und Instagram, um ein paar brauchbare Tipps  zutage zu befördern und wieder andere durchsuchen Unemengen an Internetseiten, um die fast noch unentdeckten Facetten besagten Reiseziels schon im Vornherein zu entdecken. Klingt paradox? – In keinster Weise. Dann gibt es noch die Planer, die einfach alles durchsuchen: das Internet und Bücher. Eines von beiden reicht da nicht. Und wenn wir schon gerade dabei sind, dann stellen wir auch noch die letzte Gruppe vor: die Chiller.

Zuletzt genannte Gruppe hat einen Vorteil – zumindest unterstelle ich das einmal: Sie können sich treiben lassen, sie sind es, die sich nicht im Vornherein Gedanken machen, wie sie alle Sehenswürdigkeiten in ihren Tagesplan integrieren.

Es gibt auch sehr entspannt Reisende, die meiner Meinung nach mutig sind. Das sind die Spontanen, die beispielsweise nur den Flug buchen und sich an besagtem Ziel dann eine Unterkunft suchen. Und dieser Schritt ins Ungewisse hat für mich etwas Mutiges. Einfach alles auf sich zukommen lassen und sich ins Abenteuer stürzen, es wird schon alles gut werden – so könnte man das bezeichnen. Und das nicht in negativer Weise.

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Wie man wahrscheinlich schon herausgehört hat, gehöre ich nicht zu dieser Reisegruppe. Planen ist mein Ding. Ich durchstöbere Blogs und Internetseiten, versuche einen Überblick über die wichtigsten Sehenswürdigkeiten zu bekommen – und vielleicht über den ein oder anderen Geheimtipp. Oder sagen wir über das, was nicht jeder Städtebesucher sehen will. Listen werden erstellt: Welche Sehenswürdigkeiten will man sehen, bei welchen reicht der Blick von außen, wieviel kostet der Eintritt, wie sind die Öffnungszeiten, …

Durch unsere Planungsstrategie (die zu besagtem Zeitpunkt nicht ganz so genau war) sind mein Kumpel und ich beispielsweise in den Bücherhallen in Hamburg gelandet. Was zur Folge hatte, dass wir mit einem Haufen Literatur wieder herauskamen – die wir dann übrigens bei einer achtstündigen Zugfahrt mit Umstiegen auch noch herumschleppen mussten. Was tut man nicht alles für die Liebe zum geschriebenen und gedruckten Wort.

Das Planen hat aber auch etwas Positives: Denn schließlich werden die Sehenswürdigkeiten nach Stadtteil eingeteilt. Effizienz nennt man das wohl. Was jedoch nicht heißt, dass man die Planung nicht spontan etwas abändern kann. So flexibel ist man dann doch. Eine Zugfahrt außerhalb Amsterdams? – Möglicherweise. Kurzfristig dann doch dagegen entschieden und lieber noch ein wenig die niederländische Hauptstadt erkundet.

Der Nachteil dieser Art des Reisens ist wohl, dass der Mut etwas zu kurz kommt. Nicht, dass es nicht auch schon Reisen gab, die ich nicht richtig (vor-)geplant hatte. Letztes Jahr ging es beispielsweise für ein paar Tage nach Paris. Wir waren mit einer Gruppe unterwegs (Mut brauchte man also nicht) und ich hatte micht nicht wirklich erkundigt, was man – neben den offensichtlichen „Attraktionen“ – anschauen sollte. Gleich am Tag nach unserer Ankunft hat uns ein Gruppenmitglied gesagt, dass es zurzeit ein Modeausstellung gebe, und zwar von Jean Paul Gaultier. Für mich war sofort klar, dass ich dorthin muss. Und ich muss sagen, es war das Beste während dieses Kurztrips. Spontan geht eben auch.

Wie ihr vielleicht schon auf Instagram gesehen habt, geht es für uns in ein paar Wochen nach London.Ganz spontan haben wir uns entschieden, dort hinzufliegen. Die Liste hierfür ist bereits begonnen, fast alle Sehenswürdigkeiten, die wir besuchen wollen, notiert. Was jetzt noch ansteht, ist das Sortieren nach Stadtvierteln. Vorteil: weniger Fahrten mit den Öffentlichen, wodurch wir nicht nur Zeit, sondern auch Geld sparen werden.

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Auch wenn ihr vielleicht den Eindruck bekommen habt, dass wenig Spielraum besteht, so muss ich sagen, dass das absolut nicht stimmt. Keine Lust aufs Museum? – Dann eben zu einer anderen Zeit (oder für mich: gar nicht). Einen Laden entdeckt, der von außen schon toll aussieht? – Dann einen Abstecher in diesen machen. Heute lieber etwas chillen statt den ganzen Tag durch die Gegend zu laufen? – Kein Problem. Pläne werden gemacht, um sie an gegebener Stelle über den Haufen zu werfen, stimmt`s?

Meine Art des Reisens ist bestimmt nicht jedermanns Sache. Und auch ich wünsche mir manchmal mehr Spontanität und Mut. Das sind zwei Dinge, an denen ich noch arbeiten möchte. Vielleicht gehört ihr schon genau zu dieser Reisetyp-Gruppe. Mich würde interessieren, wie ihr bei der Planung von Trips vorgeht. Bücher wälzen oder einfach alles dem Zufall überlassen?

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6 Gedanken zu “Planen oder doch lieber chillen?

  1. Ein Teil der Vorfreude liegt ja gerade im Planen, im Durchforsten von Büchern und Blogs. So stimme ich mich auf den Urlaub ein und ich freue mich umso mehr auf alles, was mich erwartet. Nur die Unterkünfte suche ich gerne auch mal spontan vor Ort, weil mir die Unterkunft nicht sooo wichtig ist. Da gebe ich das Geld lieber für Touren, Eintritte etc. aus.
    Solange man auch mal flexibel sein kann, spricht für mich auch nichts gegen eine gute Planung. 😉
    LG
    Michi

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  2. Hallo, ich gehöre zu der Sorte Mensch, die vorher immer gar nichts plant und dann völlig planlos da steht :)) Vor Ort überlege ich mir dann, wo es mich am meisten hin zieht, wo es am schönsten aussieht. Von den Dingen, die jeder gesehen haben „muss“ halte ich immer irgendwie wenig, faszinierender finde ich dagegen „selbst gefundene“, wunderschöne Stellen im Urlaub. Deine Seite gefällt mir sehr gut, bin gespannt auf weitere Beiträge. Alles Liebe, Tatjana

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    1. Hallo Tatjana,
      vielen Dank für das Kompliment, da freue ich mich:)

      Du hast recht – kleine, unscheinbare Stellen, die dann ihre volle Schönheit entfalten und nicht jeder gesehen hat, können sehr schön sein.
      Ich bin noch nicht so weit, einfach loszuziehen und nichts zu planen, aber vielleicht klappt das bei mir auch eines Tages;)
      LG, Monique

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  3. Hallo Monique,

    was die Reisevorbereitung angeht sind wir uns glaube ich ziemlich ähnlich 🙂
    Erst alles so gut wie möglich vorbereiten, dann aber spontan genug sein um die Pläne auch mal über den Haufen zu werfen…
    Ich finde auch, dass die Planung, das Blogs durchforsten und Reiseführer lesen ein schöner Teil des Reisens ist, den ich nicht missen möchte… Dadurch dass ich weiß, was ich (hoffentlich) alles tolles vor Ort machen kann und werde freue ich mich einfach schon viel mehr auf die eigentliche Reise… Und man kann ja trotzdem noch Dinge selbst entdecken und finden, ich plane zumindest in Städten immer „zielloses Herumlaufen“ mit ein… 😉

    Liebe Grüße
    Julia

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