G. Simsion: Das Rosie-Projekt

Ein Mann, der genau weiß, was er will. Der seine Tage durchgeplant hat. Der des Kampfsportes und des Kochens mächtig ist. Dazu noch gescheit und ordentlich. Klingt das nicht nach einem perfekten Ehemann?

Darf ich vorstellen? Don Tillmann. Langsam auf die 40 zugehend und Professor für Genetik. Sollte man meinen, die menschliche Spezies sei ihm nicht fremd. Fremd ist sie ihm auch nicht, allerdings ist Don im zwischenmenschlichen Bereich nicht gerade erfolgreich. Kein Wunder also, dass ihm noch eine Frau fehlt.

„Ich denke, ich habe eine Lösung für das Ehefrauproblem gefunden. Wie bei so vielen wissenschaftlichen Durchbrüchen, war diese Lösung im Nachhinein ganz logisch, doch ohne eine Reihe außerplanmäßiger Ereignisse wäre ich wohl nie darauf gekommen.“
(Simsion, Graeme: Das Rosie-Projekt. 8. Auflage. Frankfurt am Main 2015, S. 7.)

Statt zu verzagen, nimmt er die Suche selbst in die Hand. Ein 16-seitiger Fragebogen soll dabei behilflich sein. Die geeignete Kandidatin sollte nunmal perfekt zu ihm passen – und wie lässt sich das besser herausfinden als mit einem Fragebogen?

Kandidatinnen sind schnell gefunden, am erfolgreichen Bestehen des Fragebogens hapert es allerdings. Überarbeitungen und etwas Verzweiflung seitens Prof. Tillmann machen sich breit. Vielleicht gibt es doch nicht die passende Frau für ihn?

Zum Glück hat er ja noch seinen guten Freund Gene (und dessen Frau). Der schickt ihm Rosie – ohne Tauglichkeitsangabe. Doch die steht für Don bald fest: Rosie ist genau das Gegenteil von dem, was er sich vorgestellt hat. Das Rauchen ist da nur ein Punkt, der gewiss nicht auf seiner Liste der Vorzüge einer geeigneten Ehefrau steht.

Dennoch hilft Don Rosie bei der Suche nach ihrem biologischen Vater. Eine spannende Zeit für beide, bei der sie sich selbst und gegenseitig besser kennenlernen.

rosie

Der Autor

Graeme Simsion wohnt in Australien und schaffte es mit seinem ersten Roman, „Das Rosie-Projekt“, auf die deutsche Bestellerliste – und das auf Platz eins. Gefolgt sind mittlerweile zwei weitere Romane: „Der Rosie-Effekt“ (2014), die Fortsetzung der Geschichte von Don und Rosie, und „Der Mann, der zu träumen wagte“, das 2017 erscheinen wird.

Kitschiger Roman ohne jeglichen Stil?

Dass „Das Rosie-Projekt“ keinen Stil hat, kann man nicht behaupten. Schon auf den ersten Seiten bringt Simsion dem Leser den Hauptprotagonisten Don Tillmann näher. Was besonders bemerkenswert ist, dass Simsion es schafft, seinen Schreibstil an die Persönlichkeit Dons anzupassen. Rational, logisch und problematisch in Sachen zwischenmenschlicher Beziehung – das ist die männliche Hauptfigur. Pläne und Routine, sachliche Feststellungen und Genetik sind seine Stärken.

„Erleichtert nahm ich am nächsten Morgen meine gewohnte Routine wieder auf, die in den letzten zwei Tagen so empfindlich gestört worden war. Das Joggen über den Markt an Dienstagen, Donnerstagen und Samstagen ist fester Bestandteil meines Zeitplans und bietet mir die Möglichkeit, gleichzeitig zu trainieren, die Zutaten für meine Mahlzeiten einzukaufen und nachzudenken. Gerade Letzteres hatte ich dringend nötig.“
(Ebd., S. 95.)

Doch irgendwann muss auch Don erkennen, dass Glücklichsein nicht mit Logik gleichzusetzen ist.

Auch wenn der Plot absehbar ist, kann ich diesen Roman nur wärmsten empfehlen. Er ist herzerwärmend, unterhaltend und komisch. Man entwickelt eine Sympathie für beide Protagonisten und wünscht sich, dass die beiden zueinanderfinden.

Habt ihr das Buch auch gelesen? Wie fandet ihr es?

 

 

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2 Gedanken zu “G. Simsion: Das Rosie-Projekt

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