Die Sache mit den Vorsätzen

Neues Jahr, neue Abenteuer. Bis vor kurzem dachte ich, dass Vorsätze doch irgendwie sinnlos sind. Kaum zwei bis vier Wochen nach Silvester sind sie meist vergessen. Aus der hintersten Schublade versuchen sie sich vielleicht manchmal zu befreien. Doch was dann folgt? Wir schieben ihnen einfach den Riegel vor.

Bei Vorsätzen fürs neue Jahr verhält es sich wie mit der Bucket List. Erst einmal ein Ziel ausgewählt, ändert es bereits in den ersten Umsetzungswochen die Form. Aus klaren Grenzen und Verboten werden wackelige Linien und ein Ausdehnen des Begriffs. Grenzen werden ausgetestet, die Umsetzungsstruktur leidet. Zu Beginn noch völlig motiviert, befinden wir uns schnell wieder im Alltag und verlieren uns in Bequemlichkeit. Bereits Ende Januar müssen wir dann feststellen, dass die Hose immer noch zwickt, der Reisegeldbeutel gähnende Leere zeigt und man vom Sport genauso weit entfernt ist wie von einem Aufstieg auf den Mount Everest. Zudem fehlt uns der Mut, endlich Dinge anzugehen und etwas zu wagen. Ich klammer mich da nicht aus.

Bis vor etwa zwei Wochen dachte ich, dass ich mir dieses Jahr keine Vorsätze machen möchte. Schlauer wäre es doch, sofort mit der Umsetzung zu beginnen, statt bis zum 1. Januar zu warten. Doch schon kurze Zeit später kam mir in den Sinn, dass Vorsätze vielleicht wirklich nicht allzu schlecht wären.

Der Vorsatz namens Mut

Vielleicht sollten wir 2017 etwas mehr wagen. Damit meine ich nicht, dass wir in Krisengebiete reisen oder uns in freiem Fall von etwas herabstürzen sollen. Ich glaube jedoch, dass in jedem von uns ein Traum schlummert, der am Mutigsein scheitert. Mut bedeutet hier, über sich hinauszuwachsen, etwas Neues auszuprobieren, sich auf unbekanntes Terrain zu begeben. In mir schlummert schon eine Zeit lang der Gedanke, endlich mal alleine zu reisen. Je älter ich werde, desto mehr merke ich, dass man sich nicht immer auf Freunde und Bekannte beim Reisen verlassen kann. Jeder hat unterschiedliche Prioritäten, bei vielen ist das Reisen ein Nebenaspekt. Das ist auch in Ordnung. Doch ich möchte in diesem Bereich eigentlich nicht von anderen abhängig sein. Ob ich es mir dieses Jahr selbst beweisen werde, weiß ich noch nicht. Vielleicht tue ich es, vielleicht auch nicht. Ein erster Schritt ist getan, denn in ein paar Tagen werde ich das erste Mal alleine Fliegen. Sicher, für viele bestimmt keine Herausforderung, für mich jedoch der erste Schritt in die richtige Richtung.

Der Kreativität freien Lauf lassen

Harriet von Fräulein Anker hat beispielsweise den Vorsatz, mehr zu fotografieren. Wie gut ich diesen Wunsch nachvollziehen kann. Kreativität bleibt im Alltag meist auf der Strecke. Früher habe ich oft gezeichnet und Mode entworfen. Mittlerweile mache ich das nur noch sehr selten, genauso wie das Singen. Dabei hatte ich mal ein paar Jahre Gesangsunterricht. Singen und Zeichnen bereiten mir Freude, und trotzdem lasse ich diese Fähigkeiten schleifen. Dabei sind es doch gerade die von Gott gegebenen Gaben, die wir nutzen und einsetzen sollten. Wenn jetzt jemand denkt, dass er keine spezielle Gabe besitzt, dann muss ich ihn enttäuschen. Ja, auch du hast ganz wundervolle Fähigkeiten. Vielleicht hast du sie nur noch nicht entdeckt. Wie wäre es, wenn du einmal deine Familie und Freunde fragst, was sie an dir schätzen? Möglicherweise kannst du besonders gut backen, bist ein gute/r Zuhörer/in oder kannst andere zum Lachen bringen?

2017

Nicht alles lässt sich ändern

Sicher kann man nicht alle Baustellen in seinem Leben ändern und vollkommen beeinflussen, man denke nur an Themen wie Partnerschaft oder Gesundheit. Dennoch gibt es immer die Möglichkeit, ein paar Schritte in die richtige Richtung zu gehen, auch wenn diese nur zwergengroß sind.

Vielleicht sollten wir im neuen Jahr unsere Prioritäten überdenken und neu setzen. Zeit mit Freunden und Familie genießen, Fähigkeiten ausbauen und neue Fähigkeiten entdecken. Genau zuhören, was andere uns erzählen, und uns Zeit nehmen. Dankbar sein für die großen, aber auch für die kleinen Momente der Freude, des Nachdenkens und der Trauer. Denn auch schlechte Aspekte können im Nachhinein zu etwas Gutem führen.

Seien wir wir selbst und versuchen wir ab sofort, das Beste aus uns herauszuholen. Wir alle haben Träume – probieren wir doch in diesem Jahr, welche umzusetzen und an uns zu arbeiten, wenn wir gerade laufen, besser zu werden, und wenn wir fallen, wieder aufzustehen. Am Ende zählt nicht, was andere getan haben, sondern was man selbst getan und aus seinem eigenen Leben gemacht hat.

 

 

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2 Gedanken zu “Die Sache mit den Vorsätzen

  1. „wenn wir gerade laufen, besser zu werden, und wenn wir fallen, wieder aufzustehen“ – das hast du wunderschön geschrieben! Viel Erfolg bei deinem ersten Flug alleine und danke, dass du mich in deinem Beitrag erwähnt hast und ich dich mit meinem Wunsch ein wenig inspirieren konnte. 🙂

    Ganz liebe Grüße aus Hamburg,
    Harriet

    Gefällt 1 Person

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